LSBT* Menschen in der aktuellen Flüchtlingsdebatte

Unabhängig des Fluchtgrunds suchen auch LSBT* Menschen aktuell bei uns Schutz. Der Umgang stellt die Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik vor neue Herausforderungen. Beim Visumverfahren in Europa sind Flüchtlinge gehalten Informationen zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität preiszugeben. Schwierigkeiten drohen an dieser Stelle beispielsweise, wenn LSB* Menschen Nachzug ihrer Partner_innen beantragen. Die Informationen über die sexuelle Orientierung können so an Behörden in Staaten weitergeben werden, in denen Homosexualität unter Strafe steht.

In Deutschland ist durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz rechtlicher Schutz vor Diskriminierung geboten. Nicht überall in Europa ist der Schutz jedoch so umfangreich. In vielen Ländern dürfen beispielsweise noch immer LSBT* Menschen Hotelzimmer verweigert werden. Solche Unterschiede bringen für LSBT* Flüchtlinge weitreichende Schwierigkeiten mit sich. Verheerend können sich Abschiebungen von LSBT* Menschen auswirken, wenn im jeweiligen Land Homosexualität unter Strafe steht.

Ungeachtet der rechtlichen Situation sind LSBT* Flüchtlinge nach der Einreise in Deutschland an vielen Orten im besonderen Maße Diskriminierung ausgesetzt. Gefahren drohen sowohl auf dem Weg nach Deutschland, in den Notunterkünften als auch auf der Straße.

Eine weitere Herausforderung liegt in dem Umstand, dass nicht alle LSBT* Flüchtlinge trauen sich zu outen. Je nach Herkunftsland ist der Umgang mit der eigenen Sexualität oder geschlechtlichen Identität ein völlig anderer als beispielsweise in Deutschland. LSBT* Flüchtlinge sind auf eine besondere psychosoziale Unterstützung sowie unabhängige Kontaktpersonen und Dolmetscher_innen angewiesen. Die Gefahr bei der Anhörung im Asylverfahren aus Angst oder Scham verfolgungsrelevante Tatsachen zu verschweigen ist groß.