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CSD gerade auf dem Land wichtig

Zufrieden blicken die Gesichter der Demonstrierenden. Die Aktion der letzten Stunden hat Wirkung gezeigt: So viel positives Feedback, Applaus von Wildfremden, anfeuernde Pfiffe, oder auch nur ein Lächeln. Sichtbarkeit, Akzeptanz und Toleranz, darum geht es bei den Mini CSDs vom together. Seit 2019 organisieren junge LSBT*I* mit Hilfe des together Demonstrationszüge am Niederrhein, um gerade auf dem ländlichen Raum jungen Queers etwas zu bieten, was sie sonst nur in Großstädten bekommen.

Am 24. 07.2021 zogen junge LSBT*I* durch Moers über Rheinberg nach Dinslaken ins together im Hexenhaus der AJA. Hier gab es im Anschluss in gemütlicher Runde eine Grillparty als Abschluss des erfolgreichen Tages. Anders als im Kreis Kleve hatten sich viele politische Gruppen für eine Teilnahme am Demonstrationszug begeistern können. Und so wurde es nicht nur ein politisches Statement aus der Community, sondern auch ein Angebot an lokale Politik, unsere Themen und Forderungen aufzunehmen und teil ihrer Debatten zu werden.

Du willst Dich auch engagieren und auf eine Demo für die rechte von LSBT*I gehen?
Komm doch mit nach Duisburg oder Essen! Das together nimmt an beiden CSDs teil und Du kannst über uns auch Teil des Ganzen werden.

Wann? CSD Duisburg am 31.07.2021 und CSD Essen 07.08.2021
Anmeldung für Duisburg unter: carla.fioriglio@together-virtuell.de
Anmeldung für Essen unter: essen@together-virtuell.de

We are here – proud and Queer!

Mini Christopher Street Day unter dem Motto #GlitterUp

Was eine Stimmung, was eine Demo und das bei zum Glück Sonne pur. Der erste von zwei Mini CSDs ist heute durch #Geldern #Goch und #Kleve gezogen. Knapp 50 junge LSBT*I und Unterstützer_innen zogen gemeinsam von Ort zu Ort und haben für mehr #Toleranz, #Akzeptanz und #Vielfalt für #LSBTI demonstriert.

Besonderer Dank gilt den Einsatzkräften, die uns so toll begleitet haben und den Gleichstellungsbeauftragen der Stadt Goch und Kleve, welche selbst mitzogen und zudem mit Redebeiträgen die Versammlung bereicherten.

Nächsten Samstag findet der Mini CSD im Kreis #Wesel statt. Wenn Du Dich noch schnell anmelden willst, kannst Du das hier tun: dinslaken@together-virtuell.de

Mini CSD Geldern-Goch-Kleve

Akzeptanz und Sichtbarkeit ist nicht etwas, was einfach so entsteht. Wir müssen es gemeinsam Erschaffen und dafür einstehen, noch mehr fordern und pflegen was bisher erreicht wurde. Deswegen demonstrieren wir gerade im ländlichen Raum für mehr Gleichberechtigung, Geschlechtliche Vielfalt und die Akzeptanz verschiedener Lebenskonzepte von jungen LSBT*I*.
Wann & Wo:
Mini CSD (Christopher Street Day)
17.07.2021 im Kreis Kleve am Niederrhein
Strecken-Beschreibung Mini-CSD 17.7.2021
Ansprechpartner: Rene Kaiser, 0179 614 59 23; rene.kaiser@together-virtuell.de

Geldern 12:00
Start am Bahnhof, über Bahnhofstr. und Kreuzung Westwall zum Südwall und über Südgasse zum Markt, dort eine Zwischenkundgebung. Über Issumer Str. bis zum Parkplatz Medimax.

Goch 13:45
Start am Bahnhof, über die Brückenstr. bis zum Markt für eine Zwischenkundgebung. Über das Steintor zurück zum Bahnhof.
Kleve 15:15
Start am Parkplatz Minoritenstr, über den Koekkoekplatz für eine Zwischenkundgebung. Über die Kavarinenstr., durch die Hopfensackstege zum Markt. Über die Kurze Markstr. und den Hasenberg zum Elsabrunnen und über Große Str. bis zur Alten Münze.
Dort Auflösung um circa 16:30.
Du hast Bock mit zu demonstrieren?
Anmeldung unter: kleve@together-virtuell.de
Die Anmeldung schließt einen Platz im angemieteten Bus für alle Stationen mit ein.
**** Für die Teilnahme ist eines der 3 G’s (genesen, getestet, geimpft) notwendig! ****

Erinnerung an Stonewallaufstände: Stadt zeigt Flagge

Wertschätzung von Vielfalt bleibt Daueraufgabe

Das Hissen der Regenbogenflagge jährlich zum 28.06. am Mülheimer Rathausturm ist mittlerweile fast schon eine Tradition. Die Stadt setzt hiermit ein wichtiges Zeichen für Wertschätzung von Vielfalt an sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten. „Der gewählte Termin – Jahrestag der Stonewall-Aufstände – erinnert allerdings zugleich, dass das Erreichte erkämpft werden musste und das Werben für Wertschätzung von Vielfalt eine Daueraufgabe ist“ so Patrick Huberty, Vorsitzender des SVLS e.V..

Dass die Stadt Mülheim an der Ruhr kurzfristig auch die Entscheidung der UEFA zum Anlass genommen hat, den Rathausturm zu beflaggen, in diesem Jahr zusätzlich den Pride-Month im Rahmen ihrer Social-Media-Arbeit aufgreift und sich für eine inklusive Sprache einsetzt, freut auch die jungen Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* aus dem together Jugendtreff besonders; es zeigt: die Sensibilität wächst.

Für viele von ihnen gehörten Ausgrenzung und Diskriminierung in der Öffentlichkeit oder auch im engsten Nahraum weiterhin zum Alltag. Einige hemmt die Angst vor blöden Sprüchen, Anfeindungen, dem Verlust von Freund_innen oder sogar körperlichen Attacken außerhalb des geschützten Raumes im together frei, offen, selbstverständlich und selbstbewusst ihre sexuelle bzw. geschlechtliche Identität zu leben. Für andere ist der Weg zu Schule weiterhin ein Spießrutenlauf.

Auch ermutigt durch die Signale der Stadt ist der together Jugendtreff am 28.06. mit Bauchläden in der Mülheimer Innenstadt unterwegs. „Wir wollen mit Büger_innen ins Gespräch kommen, sie auf die Beflaggung und deren Anlass hinweisen, Fragen beantworten und vor allem auch erfahren, was die Mülheimer_innen darüber denken.“ so Laura Gildemeyer, Sozialpädagogin im together.

Pünktlich zur Beflaggung öffnet der LSBT*I*Jugendtreff in der Teinerstraße nach Sommerpause und langer Zeit der nur digitalen Angebote auch wieder die Türen. Alle jungen LSBT*I* zwischen 14 und 26 Jahren sind dann wieder eingeladen zum TREFFEN.CHILLEN.MACHEN. Neueinsteiger_innen, die sich ersteinmal in kleiner Runde informieren und langsam einsteigen wollen, bietet KOMPASS, der Neueinstiegstag des together mülheim am 10.07. zwischen 14 und 16 Uhr eine besondere Möglichkeit.

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter* über 26 Jahren aber auch Eltern, Freund_innen und Angehörige finden Unterstützung, Beratung und die Gruppenangebote bei der Lebenslust-Beratungsstelle.

 

Foto (v.l.n.r.): Frederick Dellin, Laura Gildemeyer, Felix Stiller
(Mitarbeiter_innen des together Jugendtreff)

Den Text erhalten Sie als PDF hier: PM2021_Erinnerung-an-Stonewallaufstände-MH

 

Sommerpause – Sommer. Sonne. Sonnenschein.

Information zur Sommerschließung der together Jugendcafés

Nach dem eher unterkühlten Frühling springen nun zum Glück die Temperaturen auf Sommeranfang und lassen uns pünktlich zur Sommerpause ins Schwitzen kommen. Wie in jedem Jahr schließt das together für einige Tage im Sommer die Türen, um danach erfrischt und gut gebräunt durchzustarten.

Die Sommerpause ist vom 07. bis zum 27. Juni 2021, also insgesamt 3 Wochen.

Das together Team wünscht Euch allen eine schöne Zeit und vor Allem bestes Wetter 🙂
Wir sehen uns dann am 28.06.2021 wieder und beflaggen gleich das Rathaus in Mülheim mit einer Regenbogenfahne. Das wird super!

Regenbogenflaggen sind keine Gleichstellung

Ein Résumeé der Online-Veranstaltung „LSBTIQ Willkommen in Kleve“

Ein Kommentar von Fenna Jacoba Bakker-Bents (sie/ihr)

 

Anlässlich des vergangenen IDAHOBIT, den 17. Mai 2021, habe ich an einer Online-Veranstaltung „LSBTIQ Willkommen in Kleve“ als Ehrenamtler_in des together kleve, sowie queere Bürgerin der Stadt teilgenommen.

Ich bin ein unvoreingenommener Mensch und mit diesem Mindset auch der Veranstaltung beigetreten — trotzdem wurden meine Erwartungen enttäuscht. Um ganz ehrlich zu sein: im Meeting selbst war ich noch recht positiv gestimmt, aber mit jeder Stunde, die danach verging, wurde ich wütender. Lasst mich Euch erklären, warum ich der Meinung bin: Regenbogenflaggen alleine sind keine Gleichstellung.

Es fängt an mit den gegenseitigen Lobpreisungen der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Kleve dafür, dass sie am 17. Mai eine Regenbogenflagge aufgehängt haben. Gelebte Toleranz. Emmerichs Gleichstellungsbeauftragte merkte an, dass ihr dortiger ganz toleranter Bürgermeister, sich wunderbar für die queere (anscheinend wie „quer“ ausgesprochen, man lernt nie aus) Community einsetzt indem er schon seit 2016 am Weltaidstag die Regenbogenflagge aufhängt. Falls jemand diesen Zusammenhang gerade nicht mitverfolgen kann helfe ich gerne nach: Was fällt einem bei Homos an wichtigen Themen zuerst ein? Stonewall? Ne, natürlich nicht. Aids! Die Krankheit, für deren Verbreitung wir verantwortlich gemacht werden. Die Krankheit, die eine ganze Generation aufgrund von völligem Versagen der Gesundheitssysteme umgebracht hat. Die Krankheit, die meiner Generation die Vorbilder genommen hat, welche uns über unsere Geschichte hätten aufklären sollen. Die Krankheit, die eine ganze Community traumatisiert hat. Und da denkt man sich am Niederrhein, wo man übrigens für die Inanspruchnahme der hier nur spärlich vorhandenen STI-Testangebote missachtend beäugt wird, dass der 17.Mai doch der Tag für ein Statement gegen Queerfeindlichkeit ist. Am IDAHOBIT, welcher doch eigentlich an die Deklassifizierung von Homosexualität als Krankheitsbild durch die WHO erinnern soll. Zu erfahren, dass die gedankliche Verknüpfung zwischen Queerness und Aids immer noch die prominenteste für diesen Menschen ist, war mehr als ein Schlag ins Gesicht. Trotz Kritik von mir und anderen Mitgliedern aus der Community wurde die Flaggenaktion als pièce de résistance der Gleichstellungsarbeit des Niederrheins dargestellt.

Auf der Agenda gab es noch mehr als Flaggen zu besprechen, wir sollten als „Betroffene“ ein bisschen erzählen, wo wir Bedarfe und Probleme im Kreis sehen. Es dürfte für niemanden neu sein, dass LSBTI* alltäglich diskriminiert werden und dies auch zu entsprechenden Begleiterscheinungen wie Depressionen etc. führt. Auch können diese Erfahrungen sehr traumatisch sein. Queerfeindlichkeit ist eine Form von Gewalt. Umso erschreckender war die Herangehensweise an dieses sensible Thema: „Frau W., erzählen Sie doch mal von Ihren Diskriminierungserfahrungen!“ Diese nonchalante Aufforderung zeigt erneut auf wie wenig sich die Gleichstellungsbeauftragten mit den Problemen unserer Community beschäftigt haben. Es gibt so viele Bildungsangebote (einen Großteil sogar kostenfrei!), welche nur eine Google-Suche entfernt sind; unter anderem auch Vereine wie der SVLS e.V. der schon seit langer Zeit mit dem Kreis Kleve in Kontakt steht. Doch scheinbar ist selbst das Aufrufen der auf der Visitenkarte angegebenen Website zu viel gefordert. Auf die Frage, was die nächsten Schritte in der Gleichstellungsarbeit sein könnten, ergriff ich das Wort und möchte es hier noch einmal wiedergeben:

Es ist schön, dass Sie eine Flagge gehisst haben. Aber momentan ist das eine leere Geste. Genauso wie eine „Refugees Welcome“-Flagge keine aktive Strategie ist um auf die Bedürfnisse von Geflüchteten einzugehen. Es steht in Ihrer Verantwortung, sich zu bilden. Sie als Vertreterinnen der Mehrheitsgesellschaft stehen in der Hol-Schuld. Sie als Menschen in Machtpositionen sind dafür verantwortlich sich für marginalisierte Gruppen einzusetzen und der erste Schritt sollte die Bildung sein. Ich kann keine mathematischen Formeln anwenden, wenn ich schon am kleinen Einmaleins scheitere. Queere Menschen leiden täglich an der auf Unwissenheit und Ignoranz basierenden Diskriminierung. Im Kreis Kleve gibt es Schulen, in denen transidenten Schüler_innen der Zugang zur richtigen Umkleide verwehrt wird. In Kleve wird man als lesbisch gelesene Frau auf der Starße objektifiziert und dehumanisiert. In Kleve wird „schwul“ als abwertendes Wort benutzt. In Kleve werden aktuell auf Privatgrundstücken Regenbogenflaggen angezündet. Es geht hier um ein strukturelles Problem, welches auch strukturell bekämpft werden muss. Von oben. Ihr Arbeitsziel ist die Gleichstellung? Eine Regenbogenflagge vor dem Rathaus ist keine Gleichstellung.

Sehendens Auges in die Ablehnung

Sind Trans*Personen und ihr rechtlicher Status Politikum des Wahljahres 2021?

Am Mittwoch, dem 19.05.2021, wurden im deutschen Bundestag über zwei Gesetzentwürfe des Bündnis 90/Die Grünen und der FDP abgestimmt. Erste Abstimmung zielte auf die Aufhebung des Transsexuellengesetzes (TSG) von 1980 ab. Zweite Abstimmung war über ein anstelle dessen wirksam werdendes Selbstbestimmungsgesetz. Trans*Personen und Verbände fordern seit Jahren die Aufhebung des TSG und damit einhergehend ein Gesetz zur Selbstbestimmung.

Beide Gesetzentwürfe wurden abgelehnt – Im Vorfeld insbesondere von trans*Personen erwartet.

Zur Geschichte des TSG

In der Vergangenheit wurden mehrere Paragraphen aus dem TSG gestrichen und als verfassungswidrig eingestuft. Ein Beispiel: Bis zur Änderung des TSG 2011 mussten sich trans* Personen vollständig sterilisieren lassen, um ihren Vornamen und Personenstand (nach dem TSG) ändern lassen zu dürfen. Mit der Änderung des Personenstandsgesetzes im Jahr 2018 ging die Bundesregierung einen weiteren wichtigen Schritt: Seitdem können inter*Personen ihren Vornamen und Personenstand standesamtlich nach Vorlage eines ärztlichen Attest ändern lassen. Von diesem Gesetz sind trans*Personen explizit ausgeschlossen, was heftig kritisiert wurde. Änderungsentwürfe aus 2019 wurden von vielen trans*Personen, Beratungsstellen und Verbänden stark kritisiert und abgelehnt. Die Gesetzentwürfe zielen an der Lebensrealität der Betroffenen vorbei. Nun wurde zwei Jahre später erneut ein Gesetzentwurf im Bundestag beraten, welcher deutlich mehr Zuspruch aus der Community erhielt und trans*Personen eine Chance auf einen diskriminierungsärmeren Prozess bot – Der Gesetzentwurf wurde erneut mehrheitlich abgelehnt.

Angeführte Gründe hierfür sind vorrangig Kinder- und Jugendschutz, sowie Gewaltprävention. Kritisiert wurde, dass im Entwurf Jugendliche mit 14 Jahren eine Willenserklärung bezüglich ihrer Vornamens- und Personenstandsänderung abgeben und damit eine möglicherweise unumkehrbare Fehlentscheidungen treffen könnten. Betroffenenverbände betonen, dass das diese Passage im Entwurf keinerlei Einfluss auf medizinische Maßnahmen hätte und die Kritik daher unbegründet ist.

Kritikpunkte am aktuellen TSG

Die Aufhebung des TSG würde Kosten, Zeit- und Verwaltungsaufwand verringern. Zudem ist sie ein wichtiger Schritt, trans*Personen ein diskriminierungsärmeres Leben zu ermöglichen, strukturelle Hürden abzubauen, vielfältige Identitäten anzuerkennen und Familien, in denen trans*Personen leben, zu schützen und zu fördern.

Die Kosten für Verfahren, wie Personenstandsänderung, trägt derzeit die Privatperson selbst und diese können mehrere Tausend Euro betragen. Im Verfahren der Vornamens- und Personenstandsänderung wird von trans*Personen nach dem TSG verlangt, zwei unabhängige Gutachten vorzulegen, aus denen hervorgeht, dass sie in ihrer Geschlechtsidentität gefestigt sind und bereits seit mindestens drei Jahren eine Geschlechtsangleichung anstreben. Im Rahmen der Gutachtenerstellung kommt es nicht selten vor, dass von Betroffenen als entwürdigend empfundene Fragen gestellt bekommen. Gemeint sind Fragen wie, “Welche Unterwäsche tragen Sie im Alltag?”, oder “Wie gestalten sich Ihre sexuellen Vorlieben?”. Das gesamte Verfahren ist sehr stereotypisierend, sodass Antragstellende einen großen Druck verspüren sich zu verstellen, um von außen eindeutig in das binäre Geschlechtersystem eingeordnet werden zu können. Deutlich wird, dass ein solches Gerichtsverfahren eine große Hürde und psychische und soziale Belastung darstellt und Personen ohne geänderte Eintragungen regelmäßig zwangsgeoutet werden; sei es in Ticket- oder Polizeikontrollen, bei Ausweiserstellungen oder einfach nur Teilnahmelisten.

Weitere Kritikpunkte am TSG sind beispielsweise die Eintragung von trans*Personen als Elternteil in der Geburtsurkunde des Kindes; hier werden trans*Personen nach dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht eingetragen, obwohl diese Bezeichnung nicht zutreffend ist.

Unsere Forderungen

Seit Jahrzehnten entscheidet die Politik über die Köpfe von trans*identen und inter*geschlechtlichen Menschen hinweg. Auch wenn der neuerliche Versuch Gesetze abzuschaffen und durch neuere zu ersetzen ein wertvolles Signal für mehr Toleranz und Gleichberechtigung ist, so schwelt der Gedanke, dass LSBT*I Themen besonders in diesem Jahr zu Wahlkampfthemen instrumentalisiert werden. Und an dieser Stelle sollte gesagt werden:

Keine Partei darf sexuelle und geschlechtliche Diversität zu Wahlkampfzwecken vereinnahmen. Diversität ist nicht grün, ebenso wie Heteronormativität nicht blau sein darf. Unsere Themen sind zu jedem Zeitpunkt in jedem Teilbereich der Gesellschaft relevant. Auch wenn es verlockend ist, dass in der aktuellen Politik LSBT*I Themen in den Fokus gerückt werden, darf unter keinen Umständen unser eigenständiger und kritischer Blick durch die rosarote Brille getrübt werden. Debatten werden nach wie vor ohne die Sichtweise von Betroffenen geführt und daraus resultierende Entscheidungen betreffen die Lebenswirklichkeit von LSBT*I bundesweit. Wir setzen uns weiter dafür ein, junge Menschen zu empowern und kritisch an diesen Debatten teilzunehmen. Unsere Themen sind wichtig und haben Relevanz, wir sind aber kein Instrument zur Parteiprofilierung.

Ein Kommentar von Benedikt Mintrop, Leiter der Trans* Jugendarbeit beim together

Hier findest Du mehr Infos  zu unserem Trans* Angebot: together_2020_Transflyer_digital

GLITTER UP against homo- & trans*phobia

Aktion der together Jugendcafés zum IDAHOBIT 2021

Seit 2005 wird am 17.5. der, ursprünglich, internationale Tag gegen Homofeindlichkeit gefeiert (IDAHO). Mit der Zeit sind weitere Mitglieder der LSBTI*-Community mitgedacht worden und der Name hat sich zu IDAHOBIT* erweitert. Der IDAHOBIT* feiert die Vielfalt der gesamten Community und dient dazu Menschen den Mut geben, zu ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität zu stehen und gegen Diskriminierung aktiv vorzugehen.

Für den diesjährigen IDAHOBIT 2021 haben die together Jugendtreffs eine digitale, sogar virale Foto-Aktion vorbereitet. In Anlehnung an das Jahresmotto („Streu Glitzer drauf!“) sollen Gesichts/Porträt-Fotos mit Glitzer entstehen, der zum Beispiel als Eyeshadow oder als Glitzer-Tattoos aufgetragen sein kann. Mit einem eigens entwickelten Glitzer-Rahmen versehen, sollen so entstandene Bilder über soziale Medien geteilt werden, um damit Stellung gegen Homo-, Bi- Inter* und Trans*feindlichkeit zu beziehen. Durch zusätzliche Nominierung weiterer Menschen, die ebenfalls ein Glitzer-Bild von sich erstellen sollen, wird die Kampagne ihre Reichweite erweitern und jeder Mensch kann einen sichtbaren Beitrag leisten.

Machen Sie auch mit! Machen auch Sie das Leben mit etwas Glitzer bunter, nominieren Sie weitere Leute zum Mitmachen und teilen Sie ihr Bild gegen Homo-, Bi-, Inter*, und Trans*feindlichkeit. Auf den Facebook- und Instagram-Kanälen von together finden Sie Beispiele und vielleicht auch die Ein oder Andere Idee zum Nachahmen.

Das Datum des 17.5. ist wichtig, da am 17. Mai 1990 die Weltgesundheits-Organisation Homosexualität von ihrer Liste der (psychischen) Krankheiten strich. Zusätzlich erinnert das Zahlendatum an den Strafparagraphen 175, der bis 1994 Homosexualität (bei Männern) in Deutschland unter Strafe stellte. Der IDAHOBIT* ist wichtig um daran zu erinnern, dass die Freiheiten für LSBTI* heute lange erstritten werden mussten, und dass es immer noch gilt Diskriminierung und Ausgrenzung entgegen zu treten. Ihre Unterstützung hat daher gesellschaftlich hohe Relevanz. In diesem Sinne: Glitter up against homo- & transphobia.

 

Wichtige Signale für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* & Inter* im Kreis Kleve

Regenbogenflagge am Kreishaus und Förderung von together kleve

Mit Breiter Mehrheit entschied der Kreisausschuss Kleve die Beflaggung des Kreishauses zum Internationalen Tag gegen Homo- und Trans*feindlichkeit am 17.05. mit der Regenbogenflagge. Dieses Signal freut uns riesig, nicht nur wegen unserem Standort in Kleve. Ein Zeichen der Solidarität, unser Zeichen, wird Kreisweit wehen und auch in ländlichen Gebieten für Sichtbarkeit sorgen.

Der Kreistag untermauert das Signal: Mit der Förderung von togther kleve soll die Unterstützung von jungen Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* abgesichert und ausgebaut werden. Jeweils 30.000 € sollen hierzu in 2021 und 2022 zur Verfügung gestellt werden. Auch über diese Nachricht freut sich das together sehr und begrüßt den Zuspruch unserer Arbeit.

Weitere Details und die ausführliche Presseinformnation hierzu findet Ihr hier: PM2021_Kreis-fördert-together-kleve

Es braucht besondere Räume, für besondere Menschen – Und die findest Du hier!

Noch immer ist es auch in Deutschland nicht leicht jung und LSBT*I zu sein. Ganz abgesehen von Corona ist es anstrengend sich gegenüber Familie und Freunden rechtfertigen zu müssen, oder in der Schule und auf der Arbeit um Verständnis und Anerkennung zu kämpfen.

Selbst beste Freund_innen verstehen manchmal nicht, wie Du dich fühlst oder können Deine Sorgen nicht nachempfinden. Dafür braucht es besondere Räume, in denen Du verstanden wirst, weil die Menschen dort selbst erleben, was Du erlebst. Im together treffen sich solche Menschen, die ähnlich wie Du nach Austausch, Freundschaft und dem ein oder anderen Ratschlag suchen. Die Besucher_innen sind dabei zwischen 14 und 27 Jahren alt. Hier kannst auch Du ganz Du selbst sein und Deine Identität voll ausleben.

Wir wissen, dass es einigen von Euch nicht gut geht. LSBT*I Jugendliche sind durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen stark belastet. Dies ergab eine Befragung unseres Kooperationspartners anyway aus Köln unter 296 lesbischen, schwulen, bi, trans*, inter und queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen (14-27 Jahren). Demnach gibt über die Hälfte der Jugendlichen an, dass sie stark (31%) oder sehr stark (21%) emotional belastet sind. (Quelle: anyway-koeln.de)

Als Reaktion auf die aktuelle Pandemielage haben wir unser Angebot mobil ausgebaut und ins Netz verlagert. Jeden Tag, außer mittwochs, kannst Du im together virtuell neue Leute kennen lernen, quatschen und Freunde finden. Das aktuelle Onlineangebot findest Du bei den Special Dates.

Darüber hinaus bietet das together „Einfach mal Quatschen“ an: Ein Telefonangebot von Montag bis Freitag, bei dem Du sowohl erzählen kannst, wie Dein Tag war, als auch ernste Themen besprechen kannst. Coming-Out, Liebeskummer, die Situation zu Hause, oder was Dein Hund gestern für einen Quatsch gemacht hat, jedes Thema ist möglich. Eben was Du gerade brauchst – together ist Da, wo Du gerade bist.

 

Hier die Zeiten den together Jugendtelefons „Einfach mal Quatschen“:

montags:
14.00 – 17.00 einfach mal quatschen mit Helge Tel.: 0209-1209368
14.00 – 17.00 einfach mal quatschen mit Carla Tel.: 02151-4496930

dienstags:
14.00 – 17.00 einfach mal quatschen mit René Tel.: 02151-4496930
14.00 – 17.00 einfach mal quatschen mit Vera Tel.: 0208-3027358

mittwochs:
16.00 – 20.00 einfach mal quatschen mit Freddy Tel.: 0208-3027358

donnerstags:
14.00 – 17.00 einfach mal quatschen mit Kay Tel.:02151-4496930
14.00 – 17.00 einfach mal quatschen mit Vera Tel.: 0208-3027358

freitags:
14.00 – 17.00 einfach mal quatschen mit Ben Tel.: 0208-3027358
14.00 – 17.00 einfach mal quatschen mit Helge Tel.: 0209-1209368